Up in the Cloud: Ein Einblick ins Cloud Computing

Tech Career Teams, StartSteps |07.06.2024

In der Welt der Technologie ist nicht der Himmel die Grenze, sondern ein virtuelles Datenzentrum – die Cloud ☁️

Mit dem exponentiell wachsenden Trend zur Auslagerung von Daten, Systemen und Produkten in die Cloud entstehen laufend neue Berufsfelder. Bezeichnungen wie Cloud Architect, Cloud Computer Engineer und Cloud Security Consultant verdeutlichen die rasante Entwicklung der digitalen Landschaft und bestätigen, dass die Zukunft der Technologie buchstäblich in den Wolken liegt.

Doch was bedeutet Cloud Computing eigentlich genau und warum ist es so wichtig für moderne Unternehmen? In diesem Blog-Beitrag tauchen wir gemeinsam in das faszinierende Feld des Cloud Computing ein und erkunden, welche spannenden Karrieremöglichkeiten sich daraus für Dich ergeben können.

Was ist Cloud Computing?

Cloud computing is a model for enabling convenient, on-demand network access to a shared pool of configurable computer resources (e.g. networks, servers, storage systems, applications and services) that can be provisioned rapidly and released with minimum management effort or service provider interaction.
ENISA (European Network and Information Security Agency)

Cloud Computing ist im Grunde genommen ein Modell, das bequemen, bedarfsgerechten Netzwerkzugang zu einem gemeinsam genutzten Pool konfigurierbarer Rechnerressourcen (z.B. Netzwerke, Server, Speichersysteme, Anwendungen und Dienste) ermöglicht. Diese Ressourcen können schnell bereitgestellt und ebenso schnell wieder freigegeben werden, und das mit minimalem Verwaltungsaufwand. Einfach ausgedrückt, kannst Du Dir Cloud Computing als das Mieten von IT-Infrastruktur über das Internet vorstellen, anstatt diese selbst zu kaufen und zu warten.

Die fünf Schlüsselmerkmale des Cloud Computing

  1. On-Demand Self-Service: Du kannst Rechenleistung oder Speicherkapazität automatisch und ohne direkten Kontakt zum Dienstanbieter beziehen.
  2. Breiter Netzwerkzugang: Die Dienste sind über das Internet zugänglich und nicht an spezielle Endgeräte gebunden.
  3. Ressourcen-Pooling: Die Anbieterressourcen stehen in einem Pool zur Verfügung, auf den viele Nutzer zugreifen können. Dabei kannst Du oft den Speicherort vertraglich festlegen.
  4. Schnelle Elastizität: Die Dienste können schnell und flexibel bereitgestellt werden, was aus Nutzersicht scheinbar unendliche Kapazitäten suggeriert.
  5. Gemessene Dienstleistung: Die Nutzung der Ressourcen wird gemessen und überwacht, was eine genaue Abrechnung ermöglicht.

💡Die Ursprünge des Cloud Computings

Wo und wie begann eigentlich diese Revolution der Cloud? Lass uns einen Blick auf die Geschichte des Cloud Computings werfen.

Die Geschichte des Cloud Computings beginnt in den 1960er Jahren mit Dr. Joseph Carl Robnett Licklider, der als „Vater des Cloud Computings“ gilt. Licklider entwickelte die Idee eines globalen Netzwerks, das den Zugriff auf Daten und Programme von jedem Standort aus ermöglicht, unabhängig von der physischen Nähe zu den speichernden Computern. Die moderne Ära des Cloud Computings startete jedoch erst Anfang der 2000er Jahre mit signifikanten Entwicklungen wie Amazon Web Services (AWS) im Jahr 2002, die cloud-basierte Speicher- und Rechendienste einführten. 2006 erweiterte AWS sein Angebot um den Elastic Compute Cloud (EC2) Dienst, und Google sowie Microsoft folgten mit eigenen bedeutenden Cloud-Diensten. Heute ist Cloud Computing fest etabliert und wird voraussichtlich bis 2027 weltweite Endverbraucherausgaben von über 1 Billion US-Dollar erreichen.

Die verschiedenen Service Modelle im Cloud Computing

Ein Überblick über die verschiedenen Service Modelle

IaaS – Infrastructure as a Service
Stell Dir vor, Du könntest Rechenleistung, Speicherplatz und Netzwerke mieten, ohne in physische Hardware investieren zu müssen. Das ist genau das, was Infrastructure as a Service (IaaS) bietet. Du kaufst virtualisierte Dienste, die hoch standardisiert sind, und kannst darauf Deine eigenen Systeme für interne oder externe Zwecke aufbauen. Dies gibt Dir die Flexibilität, Betriebssysteme und Anwendungen Deiner Wahl auszuführen, ganz nach Deinen spezifischen Anforderungen.

PaaS – Platform as a Service
Platform as a Service (PaaS) nimmt Dir die Komplexität der Hardware- und Betriebssystemverwaltung ab. Ein PaaS-Anbieter stellt eine komplette Infrastruktur zur Verfügung und bietet standardisierte Schnittstellen, die Du für Deine Dienste nutzen kannst. Dies umfasst Funktionen wie Multi-Client-Fähigkeit, Skalierbarkeit, Zugriffskontrolle und Datenbankzugriffe. Hierbei konzentrierst Du Dich auf die Entwicklung und Ausführung Deiner eigenen Anwendungen mit den Tools, die der Cloud-Service-Provider bereitstellt.

SaaS – Software as a Service
Software as a Service (SaaS) ist wahrscheinlich das bekannteste Modell des Cloud Computings. Hierbei werden Anwendungen als Dienst angeboten, die alle Kriterien des Cloud Computings erfüllen. Das Spektrum reicht von Kontaktmanagement und Finanzbuchhaltung bis hin zu Textverarbeitung und Kollaborationswerkzeugen. Als Nutzer hast Du den Vorteil, dass Du Dir keine Gedanken über die Wartung oder das Update der Software machen musst; das übernimmt der Anbieter für Dich.

Serverless Computing
Serverless Computing vereinfacht die Anwendungsentwicklung, indem es Dir ermöglicht, Dich auf Deine eigentliche CodeFunktionalität zu konzentrieren, ohne Dir Gedanken über die Serververwaltung machen zu müssen. In diesem Modell übernimmt der Cloud-Anbieter die Einrichtung, Kapazitätsplanung und das Servermanagement. Das Besondere an Serverless ist, dass es hoch skalierbar und ereignisgesteuert ist: Ressourcen werden nur dann genutzt, wenn eine bestimmte Funktion oder ein Auslöser aktiviert wird. Das bedeutet, Du zahlst nur für das, was Du tatsächlich nutzt, und vermeidest Leerlaufzeiten vollständig.

Sicherheitsaspekte der Service-Modelle
Je nach gewähltem Service-Modell variiert Dein Einfluss auf die Sicherheit der Dienste. Bei IaaS hast Du die vollständige Kontrolle über das IT-System ab dem Betriebssystem aufwärts. Bei PaaS kontrollierst Du nur die Anwendungen, die auf der Plattform laufen. Bei SaaS hingegen übergibst Du die Kontrolle fast vollständig an den Anbieter.

Arten des Cloud Computings

Die Vorteile der verschiedenen Cloud Computing Arten auf einen Blick

Public Cloud
Die Public Cloud ist ein Modell, bei dem ein Cloud-Dienstanbieter Rechenressourcen über das öffentliche Internet bereitstellt. Diese können alles von SaaS-Anwendungen über virtuelle Maschinen bis hin zu vollständigen Unternehmensinfrastrukturen umfassen. Diese Ressourcen sind möglicherweise kostenlos oder basieren auf einem Abonnement- oder Pay-per-Use-Preismodell. In einer öffentlichen Cloud teilen sich alle Kunden die Infrastruktur des Anbieters und profitieren von hoher Bandbreitennetzwerkverbindung für schnellen Zugriff und hohe Leistung. Große Anbieter wie AWS, Google Cloud und Microsoft Azure bedienen Millionen von Kunden mit dieser Technologie.

Private Cloud
Im Gegensatz dazu ist eine private Cloud eine Umgebung, in der alle Cloud-Infrastrukturen und Rechenressourcen einem einzelnen Kunden gewidmet sind. Sie bietet viele Vorteile der Cloud, wie Elastizität und Skalierbarkeit, kombiniert mit der Kontrolle und Sicherheit einer lokalen Infrastruktur. Private Clouds werden häufig von Organisationen gewählt, die strenge regulatorische Anforderungen erfüllen müssen, wie im Gesundheitswesen oder im Finanzsektor.

Hybrid Cloud
Die Hybrid Cloud kombiniert Private und Public Clouds mit traditioneller On-Premises-Infrastruktur. Diese flexibel einsetzbare Infrastruktur ermöglicht es Organisationen, Anwendungen und Arbeitslasten effizient zu verwalten, indem sie die Vorteile beider Cloud-Modelle nutzt. Hybride Clouds sind ideal für DevOps-Teams, die Anwendungen entwickeln und testen, und unterstützen die schnelle Skalierung von Ressourcen durch Cloud-Bursting bei unerwarteten Verkehrsspitzen.

Warum erobert Cloud Computing die IT-Welt?

Hier sind die Schlüsselvorteile, die das Cloud Computing zu einem unverzichtbaren Bestandteil moderner IT-Strategien machen.

  • Kosteneffizienz: Der Umzug in die Cloud kann erheblich dazu beitragen, IT-Kosten zu optimieren. Das liegt daran, dass das Cloud Computing die Kapitalausgaben eliminiert, die normalerweise für den Kauf von Hardware und Software sowie für die Einrichtung und den Betrieb von lokalen Rechenzentren anfallen. Es werden also nicht nur Kosten für Serverracks, Strom rund um die Uhr für Betrieb und Kühlung, sondern auch für das IT-Personal, das diese Infrastruktur verwaltet, gespart. Diese Ersparnisse summieren sich schnell.
  • Globale Skalierbarkeit: Ein weiterer Vorteil von Cloud-Diensten ist die Fähigkeit, elastisch zu skalieren. Das bedeutet, dass genau die richtige Menge an IT-Ressourcen, wie Rechenleistung, Speicher oder Bandbreite, genau dann bereitgestellt werden kann, wenn sie benötigt wird und das auch noch am richtigen geografischen Standort. Diese Flexibilität ist ein enormer Vorteil, besonders wenn ein Unternehmen international tätig ist.
  • Leistungsstärke: Die größten Cloud-Dienste laufen auf einem weltweiten Netzwerk von sicheren Rechenzentren, die regelmäßig mit der neuesten Generation von schnellen und effizienten Rechenhardware aktualisiert werden. Dies bietet mehrere Vorteile gegenüber einem einzigen unternehmenseigenen Rechenzentrum, einschließlich reduzierter Netzwerklatenz für Anwendungen und größerer Skaleneffekte.
  • Sicherheit: Viele Cloud-Anbieter bieten ein breites Spektrum an Richtlinien, Technologien und Kontrollen, die die Sicherheitslage insgesamt verstärken und dabei helfen, Daten, Anwendungen und Infrastrukturen vor potenziellen Bedrohungen zu schützen.
  • Geschwindigkeit: Die meisten Cloud-Computing-Dienste werden selbstbedient und on-demand bereitgestellt, sodass auch große Mengen an Rechenressourcen innerhalb von Minuten verfügbar gemacht werden können, oft mit nur wenigen Mausklicks. Dies gibt Unternehmen viel Flexibilität und reduziert den Druck bei der Kapazitätsplanung.
  • Produktivität: Lokale Rechenzentren erfordern oft viel Zeitaufwand für das Einrichten von Hardware und das Aufspielen von Software-Updates. Cloud Computing nimmt viele dieser zeitraubenden IT-Management-Aufgaben ab, sodass sich IT-Teams auf wichtigere Geschäftsziele konzentrieren können.
  • Zuverlässigkeit: Cloud Computing erleichtert die Datensicherung, die Katastrophenwiederherstellung und die Geschäftskontinuität, da Daten an mehreren redundanten Standorten im Netzwerk des Cloud-Anbieters gespiegelt werden können.

Deine Karrieremöglichkeiten im Cloud Computing

Cloud Computing bietet eine Vielzahl von spannenden Jobmöglichkeiten. Hier erfährst du, welche spezialisierten Rollen es gibt:

Cloud Architect: Als Cloud Architect übernimmst du die Führung bei der Migration von Unternehmenssystemen in die Cloud. Du entwirfst und verwaltest die Cloud-Umgebung und sorgst dafür, dass alles reibungslos läuft.

Cloud-Application-Entwickler: In dieser Rolle entwickelst du Applikationen und managst Cloud-Services wie Datenbanken und Workflows. Dein Ziel ist es, die Entwicklung effizienter und effektiver zu gestalten.

Cloud Platform Engineer: Als Schnittstelle zwischen IT-Entwicklung und den Kund:innen gestaltest du IT-Systeme und berätst Projekte in den Bereichen Design und Wartung.

Big-Data-Spezialist: Hier nutzt du fortschrittliche Tools wie Hadoop, um große Datenmengen zu verwalten und zu analysieren, die durch Cloud-Dienste entstehen.

Cloud-Security-Spezialist: Sicherheit ist entscheidend. In dieser Rolle schützt du die Cloud-Umgebung vor Bedrohungen und berätst andere in Sicherheitsfragen.

Cloud Consultant: Du begleitest die Migration in die Cloud, analysierst Geschäftsprozesse und planst deren Umsetzung auf Basis neuester Cloud-Technologien.

Egal, ob du bereits in der IT tätig bist oder einen Einstieg suchst, mit Kenntnissen im Cloud Computing bist du bestens für die Zukunft gerüstet. Dieser Bereich bietet nicht nur spannende Herausforderungen, sondern auch die Möglichkeit, an der Spitze der technologischen Entwicklung zu arbeiten.

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